Projekt

Aktuelle Studien zeigen, dass mentale Probleme bei Jugendlichen zunehmen. Durch die Auswirkungen der Covid-Pandemie erfährt diese Zielgruppe zusätzliche Belastung, nimmt aber sehr selten qualifizierte Hilfe in Anspruch. Dadurch wird eine rechtzeitige Behandlung erschwert bzw. der Leidensdruck der Jugendlichen verlängert und verschärft. Zu den wichtigsten Themenbereichen zählen dabei Stress, Depression, Angst und Substanzmissbrauch. Ziel in diesem Projekt ist, Jugendlichen mentale Hilfe per App anzubieten, die wissenschaftlich fundiert ist und an weiterführende Einrichtungen verweist. mindcoa.ch bietet ein Software-Framework zur Erstellung von psychologischen Screenings und Interventionen.

Ein Chat mit einem Avatar erfordert nur wenig Überwindung. Diesen Vorteil betont Alfred Barth, Leiter des Bereichs Psychologie der Sigmund-Freud-Privatuniversität Linz SFU.

„Für Jugendliche ist die Hemmschwelle, über Probleme zu reden, bei einem Chat sehr niedrig. Viel niedriger, als wenn sie eine Beratungsstelle aufsuchen oder anrufen müssten. Auch mit den Eltern redet man vielleicht nicht gerne, weil man sich schämt. Im Chat geht es einfacher, diese Generation ist ja mit dem Handy aufgewachsen.”

Alfred Barth

Zu den wissenschaftlichen Partnern zählt auch das AIT Austrian Institute for Technology, Center for Technology Experience, wo die Einflussfaktoren erforscht werden, warum Jugendliche manchmal keine mentale Online-Hilfe in Anspruch nehmen. Zwei österreichische Startups steuern spezielles Know-how bei. Coachfox verfügt über Software für Video-Beratungen, Sdacit Innovations arbeitet im Bereich Stress-Management. Das bit schulungscenter und Rat auf Draht bringen ihre umfangreichen Kontakte zu Jugendlichen ins Projekt ein.

Das COIN-Projekt wird von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Digitalisierung unterstützt.